Aktuelles von der Katastrophen Abwehr  2021   

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                 Unsere Rasselbande: Holt sie hier raus ...


01.September  2021

Petition · Kastrationspflicht für Landkreis Vorpommern - Greifswald

Der Katzenschutzverein Wolgast e. V. hat eine Petition zur Kastrationspflicht von Katzen im Landkreis Vorpommern – Greifswald initiert, in der die sofortige Kastrationspflicht gefordert wird. Über den nachfolgenden Link können sie die Petition erreichen und unterstützen.
https://www.change.org/p/landkreis-vorpommern-greifswald-kastrationspflicht-f%C3%BCr-landkreis-vorpommern-greifswald?

31.August  2021

Zwei Katastrophen in unserem Land

Immer und immer wieder werden ungewollt geborene kleine Kätzchen und Kater, irgendwo ausgesetzt. Aber auch gesunde erwachsene Katzen werden aus unterschiedlichsten Gründen sich selbst überlassen. Aussetzung ist eine Straftat. Unsere Tierheime sind übervoll, weil es immer noch verantwortungslose Tierhalter gibt, die ihre Katzen und Kater nicht kastrieren lassen. 
Auch diese bildhübschen Kätzchen wurden in der Nähe von Saal in Büschen an einem Feldrand im Regen ausgesetzt. Eine Tierfreundin hat sie nass und frierend gefunden und zu uns gebracht. Hier wurden sie versorgt, geimpft und gechipt und sind inzwischen vermittelt. Vor ihrer Geschlechsreife werden sie natürlich kastriert.
Fundkätzchen 1 Fundkätzchen 2

Covid-19 und ausgesetzte Katzen sind zu Katastrophen in unserem Land geworden, die einfach nicht enden wollen. Covid-19 haben wir sehr wahrscheinlich menschlicher Gier und Profitsucht zu verdanken, wofür die Natur sich rächt. Eine Erkenntnis, die Johann Wolfgang von Goethe vor fast 200 Jahren beschrieb:

„Die Natur versteht gar keinen Spaß, sie ist immer wahr, immer ernst, immer strenge,
sie hat immer Recht und
die Fehler und Irrtümer sind immer des Menschen.“

Unser Katzenproblem hat seinen Ursprung in menschlicher Gleichgültigkeit und Dummheit und weil die Politik ihre von ihr selbst erlassenen Gesetze und Verordnungen nicht kennt und deshalb auch nicht anwendet. Geschwindigkeitsblitzer wachsen wie Pilze an den Straßen, um Menschen, die sich nicht an geltende Gesetze und Vorschrifetn halten für Ordnungswidrigkeiten zur Kasse zu bitten. Tierschutzordnungswidrigkeiten dagegen werden von den Gesetzeshütern hingenommen.

In Mecklenburg-Vorpommern geltende Gesetze und Verfügungen zum Problem:

- Katzenschutzgebiet-Ermächtigungslandesverordnung KatzSchGELVO M-V vom 9.12.2015 

- Verwaltungsvorschrift über das Verfahren zum Umgang mit Fundtieren vom 2. Juli 2020


20.August  2021

Das Problem - nicht nur mit den Maikätzchen

Den ganzen Sommer über waren wir fast täglich unterwegs um Katzen einzufangen tierärztlich behandeln und kastrieren zu lassen. Seit vielen Jahren ist die Kastration von streunenden Katzen, Katzen an Futterstellen und Hauskatzen mit Freigang ein Schwerpunkt unserer Arbeit. Je weniger Streunerkatzen es gibt, desto geringer ist das Katzenelend und entsprechend geringer auch die Geburtenrate. Leider lassen viele Halter von Hauskatzen mit Freigang ihre Katzen aus Gleichgültigkeit nicht kastrieren und setzen die Kitten irgendwo aus. Damit produzieren sie bewusst böswillig Fundkatzen, die unversorgt zwangsläufig zu Streunern werden. Unter den milden Klimabedingungen bekommen freilebende und verwilderte Katzen besonders viel Nachwuchs. Auch in diesem Jahr wurden und werden uns noch immer viele süße, irgendwo gefundene elternlose Katzenbabys gemeldet oder gleich zu uns gebracht, anstatt sie, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist, beim zuständigen Ordnungsamt als Fundtier zu melden.
Das Ordnungsamt muss das Fundtier tiergerecht verwahren und kann es dazu vorübergehend in ein Tierheim einweisen. Wenn solche Kätzchen  frühzeitig gerettet werden haben sie eine gute Chance zu überleben und sind auch noch jung genug, um sich nach Vermittlung an das Leben mit Menschen in einem schönen Zuhause zu gewöhnen.
Die Tierheime sind durch die Gleichgültigkeit solcher „Tierfreunde“ überfüllt. Aussetzen und töten von Wirbeltieren aus niedrigem Grund ist eine Straftat und Katzen zu verstecken, damit sie nicht gefunden und damit nicht kastriert werden können, ist eine strafwürdige Dummheit.                                              Auch diese Katzen  suchen ein liebevolles Zuhause ...

06.Juli 2021

Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer – aber vier ....
Rauchschwalben sind weltweit in gemäßigten Erdteilen heimisch. Ihre Brutgebiete erstrecken sich von Nordamerika über Europa und Nordafrika bis Asien. Einen Großteil ihres Lebens legen sie im Flug.zurück. Dabei erreichen die RauchschwalbenVögel Geschwindigkeiten von bis zu 80 Kilometer pro Stunde. Ihr stromlinienförmiger Körper ist optimal für ein Leben in der Luft angepasst und ermöglicht ihnen besonders schnelle Wendemanöver während des Fluges.
Sie werden bis zu 20 Zentimeter lang und bis zu 23 Gramm schwer. Besonders prägnant sind ihre langen, gegabelten Schwanzspitzen, die bei den Männchen etwas länger als bei den Weibchen sind. Die Flügelspannweite beträgt bis 34 Zentimeter. Noch gehören sie zu den häufigsten Singvögeln in Deutschland.
Aufgrund seltener werdender Nistmöglichkeiten ist diese Vogelart zunehmend gefährdet. Sie ist immer mehr auf menschliche Hilfe angewiesen.
Ihre Nester bauen Schwalben bevorzugt in Scheunen und Ställen oder im Gebälk von Gebäuden. Ihren Namen Rauchschwalbe verdanken sie ihrer früheren Angewohnheit, in offenen Kaminen zu brüten.
Zum Brüten bauen sie sich offene, schalenförmige Nester an senkrechten Wänden aus lehmhaltiger Erde, die sie mit Speichel zusammenkleben und mit Grashalmen verstärken. Den benötigten Schlamm sammeln sie aus Pfützen und Bodensenken. Während der Brutzeit von April bis August legen Rauchschwalben bis zu sechs hellbraun gefleckte Eier, die etwa 18 Tage bebrütet werden. Nach weiteren rund drei Wochen werden die jungen Vögel flügge. 60 bis 90 Prozent der Paare brüten ein zweites Mal im Jahr. Die Vögel bleiben sich und ihrem Nistplatz meist ein Leben lang treu und kehren zum Brüten immer wieder dorthin zurück, wie uns die Fotografin, ein Mitglied unseres Tierschutzvereins, bestätigt.                                                                                                                                                                Foto: Martina Reißner 

05.Juli 2021

 Sparkasse Vorpommern  Eine Kastrationsaktion mit freundlicher Unterstützung der Sparkasse Vorpommern

Wie überall im Land sind Katzen und besonders freilebende, ausgesetzte oder verlassene, herrenlos gewordene Katzen, sowie über Generationen schon in Freiheit geborene oder einfach auch Katzen, von denen niemand so richtig weiß, wo sie denn hingehören oder hingehörten, auch in unserer Region zu finden.
Katzen sind Tiere, die sich schon vor 10.000 Jahren zum Menschen hingezogen fühlten, nachden der Mensch sesshaft Ackerbau betrieb. In seiner Nähe war reichlich Futter; auch für ungebetene Gäste zu finden. Als „Schädlingsbekämpfer“ wurde die Katze schon damals ein wichtiges Nutztier im landwirtschaftlichen Betrieb. In dieser Funktion kann sie täglich bis zu einem Dutzend Mäuse und sogar Ratten fangen. Wenn es ihr Besitzer mit guter Pflege dankt. Es ist nämlich ein Mythos, dass Katzen, die man füttert, keine Mäuse fangen. Das Gegenteil ist der Fall. Denn Katzen jagen nicht aus Hunger, Katzen jagen aus Freude am Jagdtrieb und nicht um sich satt zu fressen. Je fitter, desto erfolgreicher ist der Jäger. Bei kastrierten Katzen fällt zudem der Fortpflanzungsstress weg. Sie können sich ganz auf die Mäusejagd konzentrieren. Wir haben in der Vergangenheit schon viele erfolgreiche Kastrationsaktionen auch auf Deponien und in der Landwirtschaft durchgeführt.
Aber auch innerhalb unserer Städte gibt es finstere Ecken in denen  Katzenbestände den Anwohnern Schädlinge vom Leib halten. Diese Erfahrung haben wir auch in Barth gemacht. Wir mussten dort sogar schon einmal auf Bitte von Nachbarn freilebende Katzen zurück bringen. Natürlich muss sich jemand um die Tiere kümmern, aber richtig. Es muss jemand für solche Katzengruppen verantwortlich sein, der dafür sorgt, dass eine Vermehrung des Bestandes durch Kastration verhindert wird.
Wir  haben
als Tierschutzverein seit mehr als dreißig Jahren viele Kastrationsaktionen auch im Raum Barth durchgeführt. Wir helfen wo wir können. Solche Aktionen fordern viel Erfahrung, sind Zeit- und Geld aufwändig und können nur aus Spendenmitteln finanziert werden. So war das auch bei einer unserer letzten Aktionen an einem Garagenkomplex in Barth. Dort haben wir alle acht Katzen und Kater über mehrere Tage mit viel Geduld mittels Lebendfallen einfangen können. In der Barther Tierarztpraxis haben wir sie gegen Parasiten, wie Würmer und Flöhe behandeln, kastrieren sowie chippen lassen und nach Wundheilung zurück gesetzt. Damit ist sicher gestellt, dass diese Katzengruppe sich nicht weiter vermehren kann. Die Gruppe wird von zwei Damen betreut und gefüttert und damit unter Kontrolle behalten. Diese Aktion konnte mit freundlicher Unterstützung durch die Sparkasse Vorpommern und einigen Anwohnern finanziert werden.
Danke!

03.Juli 2021

Ein großer Erfolg: 2027 Ausstieg aus der Käfighaltung 

Stark! Mehr als 100.000 Menschen haben, wie auch wir, im Rahmen einer E-Mail-Protestaktion von der EU-Kommission den gesetzlichen Ausstieg aus der Käfighaltung gefordert. Gestern Mittag hat die EU-Kommission ihre Antwort auf die Europäische Bürgerinitiative "End the Cage Age" bekannt gegeben und sich bereit erklärt, an einem Käfigverbot zu arbeiten.
Damit werden sich hoffentlich die Haltungsbedingungen von mehr als 300 Millionen Schweinen, Hühnern und Kaninchen Collage Foodwatchverbessern und ein erster Schritt für einen überfälligen konsequenteren Nutztier-Schutz in der EU eingeleitet. – Ein Erfolg!
Aber: Das Verbot ist erst ab 2027 geplant. Das ist natürlich viel zu spät! Denn jeder Tag ist ein Tag, an dem Millionen von Muttersauen ihre Ferkel nicht umsorgen können und Hühner und Kaninchen sich nicht so bewegen können, wie sie es brauchen. Auch wird es noch eine Weile dauern, bis das geplante Gesetz auf dem Tisch liegt und das Käfig-Verbot soll erst ab 2027 gelten. Besserer Tierschutz geht nur, wenn auch Importware aus Drittstaaten nachweislich die Tierschutz-Anforderungen der EU erfüllt.
Die EU muss gegenüber der Welthandelsorganisation (WTO) darauf bestehen, dass alle Importeure Tierschutzleistungen nachweisen, die mit denen der europäischen Landwirte vergleichbar sind. Denn der faire Umgang mit Europas Nutztieren und die Außenhandelspolitik der EU müssen kein Widerspruch sein! Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Ziel, dass den Menschen nur noch von gesunden und tiergerecht gehaltenen Tieren stammende Lebensmittel zum Kauf angeboten werden. Ein besonders wichtiger Schritt, weil er für die ganze EU gelten wird. Aber dennoch ist es leider nur ein Anfang. Auch wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass in Deutschland, in der EU und auch auf dem Weltmarkt guter Tierschutz zu einem elementaren Qualitätsmerkmal für Lebensmittel wird. Wo der politische Wille da ist, findet sich auch ein Weg.     Collage Foodwatch

02.Juli 2021

Antrag zur Einführung von Obergrenzen für Tiere in Tierhaltungsanlagen
Nach  Angaben des Ministers für Landwirtschaft und Umwelt des Landes Mecklenburg-Vorpommern seien jedes Jahr in Deutschland 5.000 Brände auf landwirtschaftlichen Betrieben zu verzeichnen. Dabei würden jährlich mehrere Hunderttausend Tiere getötet.
Nach dem Großbrand  in einer Schweinezuchtanlage in Alt Tellin, bei dem Ende März d.J. 50.000 Tiere verendet sind hat Mecklenburg-Vorpommern in der Bundesratssitzung am 7. Mai 2021 einen Antrag zur Einführung von Obergrenzen für Tiere in Tierhaltungsanlagen eingebracht.

Der Landwirtschafts- und der Umweltausschuss haben sich mit dem Antrag beschäftigt und nach Einbringung  einiger Änderungen und Ergänzungen empfohlen, dem Antrag zu folgen. Im Juni 2021 stimmten die Länder mehrheitlich für den Antrag aus Mecklenburg-Vorpommern und richten eine Aufforderung an die Bundesregierung, die Einführung einer Größenbeschränkung für Tierhaltungsanlagen zu prüfen.

28.Juni 2021

Enttäuschender Kompromiss: Baurecht wird nur für Sauenhalter geändert

Die von der Bundesregierung geplante Verbesserung des Tierwohls in Tierhaltungsanlagen wird sich nur auf die Sauenhaltung beschränken. Wann andere Tierhalter mit erleichterten StallumSchweine im Kastenstandbauten rechnen können, bleibt völlig unklar. Der Bundestag  hat den Weg für erleichterte Stallumbauten für Jungsauen- und Sauenhalter frei gemacht.
Die Überarbeitung des ursprünglichen Gesetzentwurfs zur Verbesserung des Tierwohls in Tierhaltungsanlagen wurde aber in der unter dem Titel „Gesetz zur baulichen Anpassung von Anlagen der Jungsauen- und Sauenhaltung“ beschlossenen Fassung auf diese Tierart reduziert.Auf einen Gesetzentwurf, der die Anlagen aller Nutztierhalter betrifft, haben sich die Koalitionsfraktionen nicht einigen können. Das bestätigt, dass – abgesehen von der Sauenhaltung – der Ausbau tierfreundlicherer Ställe nicht vorankommt. Deshalb kann das nur ein erster Schritt sein, da auch den anderen Tierhaltern die Tür geöffnet werden muss. Die neue Regelung erhielt deshalb nur Zustimmung von der Koalition. Die Grünen, die Linke und die AFD enthielten sich. Die FDP stimmte gegen das Gesetz.

13.Juni 2021

Das Tier als Fundsache

Der Umgang mit Fundsachen ist im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) verbindlich geregelt.

Nach § 965 (BGB) besteht Anzeigepflicht des Finders

1. Wer eine verlorene Sache findet und an sich nimmt, hat dem Verlierer oder dem Eigentümer 
oder einem sonstigen Empfangsberechtigten unverzüglich Anzeige zu machen.
2. Kennt der Finder die Empfangsberechtigten nicht oder ist ihm ihr Aufenthalt unbekannt, so
hat er den Fund und die Umstände, welche für die Ermittelung der Empfangsberechtigten
erheblich sein können, unverzüglich der zuständigen Behörde anzuzeigen.

Am 20. August 1990 wurde das „Gesetz zur Verbesserung der Rechtsstellung des Tieres“ im bürgerlichen Recht (BGBl. I S. 1762) erlassen und der § 90a (BGB) eingefügt, der bestimmt, dass Tiere keine Sachen sind und durch besondere Gesetze geschützt werden.

  Ein Fundtier ist zwar als Fundsache zu behandeln, muss aber als lebendes Tier versorgt und beschützt werden.

Am 27. Oktober 1994 wurden schließlich Umwelt- und Tierschutz mit dem Artikel 20a ins Grundgesetz mit folgendem Wortlaut aufgenommen:

Artikel 20a GG


12.Juni 2021

Die alte Geschichte vom Kind, das erst einmal in den Brunnen gefallen sein muss ...
... trifft auch hier in jedem neuen Sommer immer wieder zu. Wir wollten schon lange kastrieren lassen!
Nach dem milden Corona-Winter haben nicht nur an Futterstellen versorgte, sondern auch viele unkastrierte Hauskatzen wieder für reichlich Nachkommen gesorgt. 
Viele „Katzenfreunde" lassen ihre Hauskatzen und Kater beim Freigang unkastriert streunen. Immer häufiger werden leider auch Katzen und Kater bewusst ausgesetzt um sie loszuwerden. Wohin denn sonst mit den Kleinen?? Aussetzen ist aber eine Straftat. Unter Obhut des Menschen aufgewachsene Katzen und Kater sind nicht mehr in der Lage sich selbst zu versorgen. Ausgesetzte Tiere leiden an Hunger und Schmerzen. Sie sind in Revierkämpfen unterlegen, erleiden schwere Verletzungen, werden krank und sterben oft qualvoll.
Rücksetzung nach Kastration Katze mit Kitten
Wir kennen aber auch viele Futterstellen, die von tierlieben Mitbürgern betreut werden, die auf die Gesundheit ihrer Tiere achten und sich um Hilfe zur Kastration „ihrer“ Katzen und Kater bemühen. Seit vielen Jahren unterstützen wir solche Bemühungen durch Kastrationsaktionen. Wir helfen beim Einfangen mittels Lebendfallen, organisieren Tierarzttermine und bringen die Tiere kastriert, gechipt und tierärztlich auch gegen Parasiten behandelt an ihre Futterstellen zurück.
Das Foto zeigt das Rücksetzen kastrierter Tiere an ihrer Futterstelle in Barth.
Soweit unsere Spendenmittel es ermöglichen beteiligen wir uns an den Tierartztkosten.
Katzenkinder Flaschenkind
In diesem Jahr sind uns extrem viele zahme hochtragende Katzen und Katzen mit Neugeborenen gemeldet worden. Offensichtlich ausgesetzt hatten sie in Kellern, Schuppen oder Ställen Zuflucht gefunden. Weil Tiere in diesem Zustand nicht kastriert werden können, haben wir mehrere Hochtragende und auch Muttis mit ihren Kleinen in unsere Notaufnahme aufgenommen. Von etwa zwanzig Katzenbabies mussten einige sogar mit der Flasche gefüttert werden. Inzwischen sind alle gesund, haben sich gut entwickelt und können demnächst in gute Hände vermittelt werden. Liebevoll bei Menschen aufgezogene Kätzchen können ihrem späteren Frauchen oder Herrchen viel Freude bereiten und Liebe zurück geben. Die Mutterkatzen konnten inzwischen kastriert an ihre Futterstellen zurück kehren. Zahme ausgesetzte Muttis sind oder können vermittelt werden

06.Juni 2021

Vor einem Jahr trat die neue Verwaltungsvorschrift zum Umgang mit Fundtieren für M-V in Kraft
Seit vergangenem Jahr gibt es die neue Verwaltungsvorschrift über das Verfahren zum Umgang mit Fundtieren für Mecklenburg-Vorpommern. Danach sind Fundtiere, sowohl entlaufene als auch zugelaufene, wie Fundgegenstände, unverzüglich als Fundsache dem ortsansässigen Ordnungsamt zu melden. Das Ordnungsamt hat dafür Sorge zu tragen, zurück gelassene Tieredass die Fundsache, z. B. eine gefundene, möglicherweise entlaufene Katze, ordnungsgemäß verwahrt wird. Da es sich bei dieser Fundsache um ein lebendes Tier handelt, muss es vorübergehend tierschutzgerecht untergebracht und versorgt werden. Wenn das Ordnungsamt/Fundbüro selbst keine tierschutzgerechte Unterbringungsmöglichkeit hat, muss es das Fundtier in ein Tierheim einweisen. Viele Ordnungsämter haben dazu Verträge mit lokalen Tierheimen. Es ist weiterhin Aufgabe der Ordnungsämter den Eigentümer des Fundtieres zu ermitteln.
In den letzten Jahren haben besonders auf dem Land viele ältere Menschen ihren Wohnsitz in Pflegeheime verlegt. Oft können sie ihr Haustier nicht mitnehmen. Hier muss es Aufgabe und Pflicht von Angehörigen, Erben oder Grundstücks- nachfolgern sein sich um vorhandene Tiere zu kümmern.
Die leider häufig, auch von Behörden zu hörende Bemerkung, sich nicht darum zu kümmern entspricht dem Fall der Aussetzung nach Tierschutzgesetz §3 und ist eine Ordnungswidrigkeit, gegebenefalls eine Straftat. Die Bemerkung, wenn sie dem Tier Futter gegeben haben ist es ihr Tier ist unqualifiziert und widerspricht dem Tierschutzgesetz.
Gemäß § 3 Abs. 3 Tierschutzgesetz (TierSchG) ist es verboten, ein im Haus, Betrieb oder sonst in Obhut des Menschen gehaltenes Tier auszusetzen oder es zurückzulassen, um sich seiner zu entledigen oder sich der Halter- oder Betreuerpflicht zu entziehen.
Unerheblich ist, ob durch das Aussetzen eine konkrete oder abstrakte Gefahrenlage für das Tier entsteht. So erfüllt grundsätzlich auch das Anbinden am Tierheimtor den Tatbestand des Aussetzens. Das Aussetzen ist eine Ordnungswidrigkeit und wird gemäß § 18 Abs.1 Nr.4 TierSchG mit einer Geldbuße bis zu 25.000 Euro bestraft. Im Einzelfall, so wenn das Tier durch die Aussetzung zu Tode kommt, kann es sich um eine Straftat gem. § 17 TierSchG handeln. Das Foto stammt von einem aktuellen Fall aus der Nähe von Damgarten, in dem acht Katzen zurück gelassen wurden. 

30.Mai 2021

Schreddern männlicher Küken wird verboten

Männliche Küken von Legehühnern haben bisher nur ein sehr kurzes Leben. Unmittelbar nach dem Schlüpfen werden sie mit Kohlendioxid vergast oder in einem Homogenisator, einem "Schredder", getötet. Die männlichen Küken sind, weil sie keine Eier legen, ein Abfallprodukt der Legeindustrie. Früher wurden in den bäuerlichen Betrieben die EintagskuekenHennen für die Eiproduktion und die männlichen Tiere für Hähnchenfleisch gehalten. Heute gibt es Hochleistungs-Legehennen als Eierleger und Masthühner. Die männlichen Küken der Legehühnerrassen legen keine Eier und ihre Mast lohnt sich wirtschaftlich nicht. Deshalb werden sie getötet. 
Doch das sollte sich seit Jahren ändern. Am 20. Mai 2021 hat der Bundestag nun ein Gesetz zum Tötungsverbot von Eintagsküken beschlossen. Der Bundesrat hat das Gesetz am 28. Mai bestätigt und einer Änderung des Tierschutzgesetzes hinsichtlich des Kükentötungsverbots ohne Ausnahme zugestimmt. Damit ist ab 01.Januar 2022 das Töten von Eintagsküken aus rein wirtschaftlichen Gründen verboten.
Bis zum 31.Dezember 2023 dürfen Bruteier nach einer Geschlechtsfrüherkennung um den neunten Bruttag herum vernichtet werden. Ab 01.Januar 2024 muss diese Geschlechtsfrüherkennung zwingend vor dem siebenten Bruttag erfolgen. Damit sollen in Zukunft auch Schmerzen für den Embryo vermieden werden. 
Die ursprünglich vom Bundesrat empfohlene weiterbestehende Erlaubnis des Tötens von Eintagsküken, wenn für diese Abnahmeverträge als Futtertiere vorliegen, wurde nicht erlaubt. Damit sind ab nächstem Jahr keine Futterküken aus Deutschland mehr verfügbar, so dass Zoos und Wildvogelstationen auf Importe oder andere Futtertiere wie Mäuse und Ratten angewiesen sind.
 
20.Mai 2021

Falsch verstandene Tierliebe

Tauben zu füttern kann strafbar sein und rechtliche Folgen haben. Eine Frau hatte immer wieder größere Mengen an Brot und andere Lebensmittel auf ein Garagendach geworfen und so Tauben und andere Vögel angelockt. DStadttaubenie Tiere hätten das Brot auf Nachbargrundstücke verschleppt. 
Klagende Nachbarn waren in erster Instanz beim Amtsgericht erfolglos geblieben dagegen hat das Landgericht ihnen nun Recht gegeben. Anders als noch das AG geht das LG davon aus, dass die für einen Unterlassungsanspruch erforderliche Wiederholungsgefahr durchaus besteht. Die beklagte Tierfütterin habe nämlich selbst in zweiter Instanz immer noch geleugnet große Mengen Brot, Gebäck und andere Lebensmittel verfüttert zu haben - obwohl dies von mehreren Zeugen eindeutig bestätigt worden sei. Nach der Rechtsprechung des BGH, auf die sich das LG in seiner Entscheidung beruft, lasse ein solches Bestreiten befürchten, dass sich die Störung in Zukunft wiederholen wird. 
Der Frau drohen nach Angaben des Gerichts für den Fall einer Zuwiderhandlung ein erhebliches Ordnungsgeld oder sogar Ordnungshaft. Diese Androhung sei erforderlich, damit die Frau künftig
ihre "falsch verstandene Tierliebe" aufgebe.


03.April 2021

Inferno im Schweinestall
Unter der Überschrift "Brandschutz schon lange in der Kritik" beschreibt die Ostssee-Zeitung am 31.März 2021 das Inferno im Schweinestall:
"Die Schweinezuchtanlage im Landkreis Vorpommern- Greifswald zählt zu den größten Schweinezuchtbetrieben Europas, mehr als 10 000 Sauen und 36 000 Ferkel werden dort gehalten. Sie war 2012 in Betrieb gegangen, schon vorab gab es große Widerstände von Tier- und Umweltschützern und den Nachbargemeinden. Seitdem kämpft eine Bürgerinitiative gegen die Ferkelfabrik – bis zur Klage vor dem Verwaltungsgericht. Die Kritik hält bis heute an.
Aus Sicht der Kläger verstoßen die Haltungsbedingungen gegen das Tierschutzrecht. So sei bei einem Brand die Rettung der Schweine nicht vorgesehen. Auch von der Biogas-Anlage gehen nach Ansicht eines Gutachters gravierende Gefahren aus. Genau diese Kritikpunkte haben sich gestern offenbar bewahrheitet. Betreiber der Anlage ist die Landwirtschaftliche Ferkelzucht Deutschland (LFD) Holding, die als einer der größten deutschen Schweinezuchtbetriebe gilt. Sie war 2020 von der Schweizer Terra Grundwerte AG übernommen worden. In sechs Bundesländern betreibt LFD-Holding mehrere Ferkelzucht-Betriebe. Den größten davon in Alt Tellin. Der niederländische Unternehmer Adrianus Straathof, der die Schweinezuchtanlage bauen ließ, sah sich immer wieder mit negativen Schlagzeilen konfrontiert. Ihm wurde unter anderem vorgeworfen, gegen das Tier- und Brandschutzsowie gegen das Arzneimittelgesetz zu verstoßen. Mehrfach verhängten die Behörden Bußgelder gegen das Schweine-Imperium. Im August 2019 erstickten nach einem Ausfall des Belüftungssystems 1007 Schweine."
Alle Hallen sind niedergebrannt. Nur wenige Tiere konnetn sich selbst retten.

28.März 2021

Wann ist eigentlich Ostern?

Es gibt Feiertage, wie Weihnachten oder den 1.Mai, die in jedem Jahr auf den gleichen definierten Tag fallen. Das sind Feiertage, die der Mensch irgendwann einmal so festgelegt hat. Ostern gehört nicht dazu. Ostern fällt in jedem JahrVollmond (Symbolbild) auf ein anderes Datum. Ostern wird inzwischen nach einer christlichen Tradition immer am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond des Frühlingsanfangs auf der nördlichen Halbkugel gefeiert. Aber wann ist dieser erste Vollmond? Vor tausenden Jahren schon haben sich Menschen intensiv mit der Natur und vorallem mit Sonne und Mond beschäftigt. Irgendwann hatte man erkannt, dass der Mond sich in einem Rhythmus von ~27.759 Tagen um die Erde dreht und die Erde in ~365,2422  Tagen um die Sonne. Schon die alten Babylonier hatten berechnet, das Sonne und Erde alle 76 Jahre eine gleiche Stellung zu einander aufweisen. Daraus kann man heute den exakten Zeitpunkt für den ersten Frühlingsvollmond errechnen.
In diesem Jahr ist das heute, am 28.März  um 20:48 Uhr, der Fall. Der erste Sonntag und damit der Ostersonntag fällt damit in diesem Jahr auf den 4.April.

27.März 2021

Was hat der Osterhase mit Ostern zu tun?
Hasen sind sehr fruchtbare Tiere. Sie können viele Kinder bekommen und sind Symbol für Fruchtbarkeit und Geburt. Feldhase (Symblbild)Schon seit ewigen Zeiten feiern Menschen den Beginn des Frühjahrs als eine Phase, in der neues Leben entsteht. Die Pflanzen wachsen wieder und viele Tiere bekommen jungen Nachwuchs. Weil Häsinnen besonders oft und besonders viele Kinder bekommen können, sind sie ein Symbol für diesen Neubeginn. Die Kirche feiert mit dem Osterfest die Auferstehung, also das neue Leben von Jesus.
In Mecklenburg-Vorpommern steht der Hase seit 1991 auf der "Roten Liste" der gefährdeten Arten. Wie aber die Ostsee-Zeitung dieser Tage berichtete sind laut Umweltministerium im letzten Jahr in Mecklenburg-Vorpommern mit 140.000 Hasen, zwölf Prozent mehr als im Jahr davor  registriert worden. Das entspricht sieben Feldhasen auf 100 Hektar. Vor zwanzig Jahren gab es aber noch viel mehr. Heute wird mehr gespritzt und gedüngt, die Felder sind größer, es gibt kaum noch verwilderte Hecken und oft wird in Monokulturen nur eine Sorte Pflanzen angebaut. Wenn die Felder im Frühjahr mit großen Maschinen bearbeitet werden, kann es passieren, dass dabei kleine Häschen verletzt oder getötet werden. Der Feldhase kann sich aber glücklicherweise gegenüber andereren Tieren, wie Rebhühnern oder Feldhamstern, die den gleichen Lebensraum bewohnen, ganz gut an diese Veränderungen anpassen und wird deshalb wohl auch bei uns nicht aussterben.

26.März 2021

Mit Luftdruckwaffe auf ein kleines Kätzchen geschossen
angeschossenes KätzchenIn Barth, in der Nähe der Jugendherberge, ist dieses bildhübsche junge Kätzchen mit einer Luftdruckwaffe beschossen worden. Das Tier wurde  schwer verletzt gefunden und zum Tierarzt gebracht. Die Diagnose ergab einen von einem Diabolo verurschten Durchschuss durch díe rechte Schulter der jungen Katze. Wie lange das Geschoss bereits zwischen den Schultern steckte, ist nicht bekannt. Bei einer aufwendigen Operation wurde das Projektil gefunden. Nach der Art der schweren Verletzung muss der Schuss aus erhöhter Position schräg von oben auf das Tier gezielt abgefeuert worden sein. Auf Bitte des Tierartztes wurde die operierte Katze vorerst zur Beobachtung, Versorgung und Pflege in unserer Notaufnahme untergebracht. Die Bandage zur Stabilisierung ist auf dem Foto zu erkennen.
Wer schießt auf harmlose Tiere?
Manche Menschen sind genervt, wenn fremde Tiere Pfotenspuren auf dem Auto hinterlassen, Hunde bellen oder Katzen miauen. Statt auf die Haustierhalter zuzugehen, üben manche Selbstjustiz. Mit einem Luftgewehr auf ein Tier zu schießen, ist kein Kinderkram.Tierquälerei ist keine Bagatelle.
Tierquälerei ist eine Straftat.
Nach Paragraph 17 des Tierschutzgesetzes können Menschen, die einem Wirbeltier - noch dazu bewusst -  länger anhaltende oder wiederholt Schmerzen zufügen oder gar töten, mit einer Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder einer Geldstrafe zur Rechenschaft gezogen werden.
Wir werden das zuständige Veterinäramt  mit der Bitte um Weiterleitung an die Polizei einschalten.

23.März 2021

Rotkehlchen zum Vogel des Jahres gewählt
Auf der Basisi der jährlichen Vogelzählungen ernenen NABU und der bayerische Landesbund für Vogelschutz (LBV) seit 1971 jedes Jahr einen „Vogel des Jahres“. Zur Wahl standen diesmal unter anderem auch Rauchschwalbe, Kiebitz, Feldlerche, Stadttaube, Haussperling, Blaumeise, Eisvogel, Goldregenpfeifer und die Amsel.  Wie der Naturschutzbund Deutschland (NABU) nun verkündete erhielt  2021 das  Rotkehlchen die meisten Stimmen und ist Vogel des Jahres geworden.

06.März 2021

Wintervogelzählung 2021
Im Januar 2021 fand auch in diesem Jahr die Stunde der Wintervogelzählung des NABU statt. 204.000 Vogelfreunde und Vogelfreundinnen haben sich in diesem Jahr an der Aktion beteiligt. 60.000 mehr als im Vorjahr. Das zeigt ein erhöhtes, aber auch besorgteres  Interesse, der Bevölkerung an unserer Natur und besonders an den Vögeln. In mehr als 142.000 Gärten und Parks wurden 5,6 Millionen Vögeln gezählt. Spitzenreiter war der Haussperling mit 1,1 Millionen  Exemplaren, gefolgt von Kohlmeise, Feldsperling, Amsel und Blaumeise. Interessant war, dass infolge der seit Jahren sehr milden Winter weniger Kälteflüchtlinge aus dem Norden und Osten zu uns kommen, aber dafür  immer mehr frostempfindliche Arten, wie z.B.  Blaumeise und  Rotkehlchen ganzjährig bei uns bleiben. Ein besorgniserregend schwaches Ergebnis, das nicht mit dem Wetter erklärt werden kann, lieferte der Grünfink. Sein Abwärtstrend setzt sich leider unverändert fort.

Die nächste Vogelzählung findet mit der Stunde der Gartenvögel vom 13. bis 16. Mai statt. Zuvor läuft bis zum 19. März die Publikumswahl zum Vogel des Jahres.

25.Februar 2021

Geflügelpest auf Menschen übertragen
Die als Geflügelpest bezeichnete Vogelgrippe tritt bei Wildvögeln, aber auch in Geflügelhaltungen nicht nur in der Massentierhaltung immer wieder auf. Auch in GefluegelpestwarnungDeutschland wurde sie gerade wieder nachgewiesen. Das Virus H5N8 ist für die Vögel in der Regel tödlich, während eine Gefahr für den Menschen  bisher ausgeschlossen wurde. Doch jetzt ist das Vogelgrippevirus H5N8 in Russland  erstmals auch auf Menschen übertragen worden. Wissenschaftler haben das Virus bei sieben Mitarbeitern einer Geflügelfarm nachgewiesen, in der die Vogelgrippe bei den Tieren aufgetreten war. Die Erkrankung soll bei allen infizierten Mitarbeitern ohne Komplikationen verlaufen sein.
Die Weltgesundheitsorganiation (WHO) wurde informiert. Der letzte große Ausbruch der Geflügelpest in Deutschland und anderen europäischen Staaten hatte sich im Winter 2016/17 ereignet. Damals wurden in Deutschland  hunderttausende Tiere in Geflügelfarmen gekeult.. Das Virus H5N8 ist für die Vögel in der Regel tödlich, eine Gefahr für den Menschen wurde bisher nicht angenommen. Eine Übertragung von Tier zu Mensch ist eine Zoonose. Die Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht nachgewiesen worden.

16.Februar 2021

Bauern, Naturschutz und die Umwelt

Die Bedrohung der Natur und unserer Umwelt beunruhigt viele Menschen. Besonders die Sorge um mögliche weitere Gefährdungen und eine profitorientierte Sorglosigkeit hat Mauern des Unverständnisses geschaffen, die Konflikte mit sich bringen. Dabei sollte doch die Bewältigung der Umweltprobleme eine gemeinsame Aufgabe aller sein und bei allen eine Veränderung des Verhaltens und ein neues Denken bewirken. Unsere Erde ist uns Menschen anvertraut, damit wir sie bebauen und bewahren. Nehmen wir diese Verantwortung an oder scheitern wir auf Grund von Kurzsichtigkeit und Unwissenheit trotz guten Willens an dieser Aufgabe und belasten unsere Natur und Umwelt in verantwortungsloser Weise?  
Nach einem Bericht unseres Agrar- und Umweltministeriums ist in Mecklenburg-Vorpommern erfreulicherweise eine steigende Nachfrage nach Bio-Produkten aus ökologischen Landbau zu verzeichnen. Danach haben im vergangenen Jahr weitere 115 Landwirte in M-V ihre Produktion umgestellt. Somit sind 1135 Agrarbetriebe, das heißt fast jedes vierte Unternehmen hier im Nordosten, „biozertifiziert“. Trotz strenger Auflagen für den Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln vergrößerte sich die ökologische Anbaufläche damit um rund 13.500 ha auf 182.560 ha in Mecklenburg-Vorpommern.
Damit werden 13,5 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche im unserem Bundesland ökologisch bewirtschaftet. Bundesweit sind es etwa 6 Prozent, bei einer Zielvorgabe der Bundesregierung von 20 Prozent bis zum Jahr 2030. Das Interesse der Verbraucher an einer Umstellung der Agrarproduktion ist hoch. Im Jahr 2019 sollen die Konsumenten in Deutschland knapp 12 Milliarden Euro für Bio-Lebensmittel ausgegeben haben.
Aber drei Viertel der landwirtschaftlichen Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern wirtschaften weiterhin konventionell. Sie stehen neuen Naturschutzvorgaben skeptisch gegenüber, wie sie vor wenigen Tagen mit martialischen Protesten gegen die neue Düngeverordnung und das neue Insektenschutzgesetz nicht allein mit ihrer Trecker-Demo bewiesen, wie die Ostsee-Zeitung berichtete.
Im Streit um das von der Bundesregierung in Berlin verabschiedete Insektenschutzpaket und dem Verbot des Einsatzes von Glyphosat ab 1.Januar 2024 hat Minister Till Backhaus das „Lamento“ des Landesbauernverbandes  kritisiert. Der Verband habe unter den Teppich gekehrt, dass für solche  Umweltmaßnahemen im vergangenen Jahr 70 Millonen Euro an die teilnehmenden Landwirte ausgezahlt wurden.
Wie heißt es doch sprichwörtlich seit Menschengedenken; "Klappern gehört zum Handwerk" und "Klagen zu den Bauern". Das hat schon Carl Phillipp Emanuel Bach (1714-1788), ein Sohn von Johann Sebastian Bach, im Jahre 1772 im dem Lied „Klagelied eines Bauern“ vertont, in dem es in der zweiten Strophe heißt:

Für mich ist Spiel und Tanz vorbey 
Das Lachen ist vorüber, 
Ich haße Fidel und Schallmey 
Und klag und weine lieber.

Seit Jahren mahnt die EU-Kommission Deutschland wegen Verstößen gegen geltendes Naturschutzrecht. Deutschland hat es seit mehr als zehn Jahren versäumt entsprechende Maßnahmen zur Förderung der Biodiversität umzusetzen.

Januar 2021

Ein Jahr Coronavirus - Erkenntnisse aus  der Pandemie für den Tierschutz
Es ist inzwischen ein Jahr her, dass der berühmt berüchtigte „Patient Null“ im chinesischen Wuhan Corona-Symptome aufwies. Der Auslöser war ein Virus, das vermutlich auf einem Wildtiermarkt vom einem tierischen Wirt auf den Menschen übertragen worden war. Bei dieser Art Erkrankungen handelt es sich um Zoonosen, von Tier zu Menschen und von Mensch zu Tier wechselseitig übertragbare Viruserkrankungen, die sich rasend schnell in allen Ländern der Welt verbreiten und damit Pandemien auslösen können.
Die Gefahr der Entstehung solcher Zoonosen, wie Covid-19, hat Experten aus der Wissenschaft und auch der Weltgesundheitsorganisation seit langer Zeit   berechtigte Sorgen bereitet, weil der verheerende Umgang des Menschen mit Tieren und mit der Natur seit langem als Ursache erkannt wurde.
Deshalb sollten die Schrecken der aktuellen Corona-Pandemie endlich Warnung und zugleich Anstoß sein, dass weltweit entschieden gegen die weitere Ausbeutung und Quälerei von Millionen von Tieren vorgegangen wird. Schnellstmöglich muss ein neuer Weg  in unserem Umgang mit der Natur und den Tieren bis hin zu einem nachhaltigen und gesunden Zusammenleben eingeschlagen werden. Eine umfassende Verbesserung der Lebensbedingungen der Tiere und die Erhaltung der natürlichen Ökosysteme sind ein wichtiger Beitrag künftig Zoonosen zu verhindern.